Maienfelderstrasse 13
7310 Bad Ragaz
Pfr. Eric Hub
Tel. 081 302 13 57
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Von Gott verlassen?
Biblisches zu Auffahrt und Pfingsten
Unser Leben gleicht manchmal einer Achterbahnfahrt - es geht rauf und runter, so dass es uns manchmal den Atem verschlägt und wir Mühe haben, alles zu verdauen.
Kaum haben sich die Beziehungswogen geglättet, kaum ist die letzte Schulkrise der Kinder überstanden, stehen neue Schwierigkeiten vor der Tür, z. B. Ärger am Arbeitsplatz oder eine Krankheit.
Gerade wenn wir uns in den dunklen Tälern befinden, schicken wir so manches Stossgebet nach oben... „Lieber Gott, wo bist Du? - hilf!“
Viele Menschen suchen in den schweren Zeiten nach Hilfe von Engeln und von Gott. Sie sehnen sich nach einem Zeichen. Sie wollen Gott erleben, spüren - sie wollen erfahren, dass er ihnen nahe ist.
Als Christen glauben wir, dass Gott sich uns in Jesus Christus gezeigt hat. Dass er uns Menschen so nahe gekommen ist, wie nur irgend möglich - er hat als Mensch unter uns gelebt.
Nun werden einige aber einwerfen: „Schön und gut, aber Jesus ist nicht mehr da!“
Ist Auffahrt die Geschichte von Gott, der sich von der Welt verabschiedet? Hat Gott sich in den gemütlichen Himmel zurückgezogen, weil es auf Erden doch zu anstrengend war?
Nein, Gott lässt uns nicht allein, Jesus sagte: „Ich sage euch die Wahrheit - es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch, wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden..“ (Joh 16, 7)
Jesus verlässt also seine besten Freunde, seine Zeit auf der Welt lief ab. Die Trauer seiner Jünger ist gross. Sie hatten Jesus ja bereits einmal verloren, als er am Kreuz starb. Die Auferstehung, das Wunder, dass Jesus den Tod besiegt hat, haben sie wohl noch kaum richtig verdaut, als er schon wieder von Abschied spricht. Sie verstehen nicht. Gott ist ihnen eben noch auf so wunderbare Weise begegnet, und jetzt stehen sie wieder alleine da.
Gerade in diesem Gefühlskarussell können wir den Jüngern nachfühlen. Es mögen 2000 Jahre zwischen ihnen und uns liegen, aber die Fragen bleiben die selben. Die Antwort allerdings auch - Gott sendet einen Tröster! Jesus lässt die Jünger nicht allein zurück, Gott lässt niemanden allein. Er sendet uns allen einen Tröster. Dieser Tröster ist der Heilige Geist. Aber wie liebevoll stellt ihn Jesus uns vor: der Tröster. Gott schickt uns Trost - in die Achterbahn des Lebens. Keine allumfassenden Erklärungen sind uns versprochen, sondern Trost durch den Heiligen Geist! Gottes Heiligkeit, ist heute vielen unverständlich. Denn unter uns Menschen finden wir nie Heiligkeit, höchstens Scheinheiligkeit. Gottes Heiligkeit begegnet uns aber als Trost.
Der Trost ist noch nicht die Lösung der Probleme - Pfingsten ist noch nicht aller Tage Abend.
Doch für den Moment wollen wir uns an Pfingsten halten, an die Zusicherung, dass Gott uns nicht allein lässt. Gott ist nicht nur der Vater im Himmel, nicht nur der Sohn am Kreuz, er ist auch der Heilige Geist - der Tröster bei uns!
Gesegnete Pfingsten Ihnen allen.
Pfarrer Eric Hub.
