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Pfarramt

 Martin & Eva Leuenberger
Tel.: 033 341 12 35

Kontaktadresse

Chorherrengasse 2
3633 Amsoldingen


Geschichte der Kirche Amsoldingen

um 700 n. Chr.: kleiner Vorgängerbau der heutigen Kirche mit gleichem Altar-Standort.

um 1000: Bau der heutigen Kirche als romanische Pfeilerbasilika, die dem heiligen Mauritius geweiht war. Ihr war wahrscheinlich bereits ein weltliches Chorherrenstift angeschlossen, waren doch die damaligen Dorfkirchen bedeutend schlichter.
Die Chorherren (Probst und Kapitel) waren Geistliche, zumeist aus dem Adelsstand. Sie lebten ähnlich wie Mönche, durften jedoch ihren weltlichen Besitz behalten. Ihnen und ihren Schülern war der Chorraum vorbehalten.
Zur Gründungszeit gehörte diese Gegend zum Königreich Hochburgund. Die Sage bringt die Kirche mit König Rudolf II und Königin Berta in Verbindung.

Kirchenraum mit Chor

1191: Verwüstung des Chorherrenstifts durch die Zähringer bei ihrem Vormarsch ins Oberland.

um 1200: Wiederherstellung von Kirche und Stift. Aus dieser Zeit stammt die heutige Gestalt der Krypta sowie der Ostbau des Stiftsgebäudes, des heutigen Schlosses.

Luftaufnahme Schloss und Kirche

Krypta

um 1300: Christophorus-Darstellung an der Nordwand. Der legendenhafte Riese, der das Christuskind heil über den Fluss getragen hat, sollte den (Pass-)Wanderer vor dem gefürchteten Unfalltod bewahren.

Die Kirche war um diese Zeit wohl ganz ausgemalt. Von der Blütezeit des Stifts im 14. Jahrhundert zeugt auch der Taufstein mit dem geheimnisvollen Kranz von Tiermedaillons, der heute die Stelle des ehemaligen Altars einnimmt.

Taufstein

um 1400: Bau des mächtigen Turmes an die Stelle des romanischen Südchores. Es handelt sich dabei um den grössten erfolgten Eingriff in die romanische Bausubstanz.

1484: Aufhebung des Chorherrenstifts durch Bern, das dem neu gebauten Münster ein eigenes Chorherrenstift angliedert und dafür Geistliche und Einkünfte braucht. Die Landbevölkerung wehrt sich erfolglos gegen die Beschlagnahmung des Amsoldinger Stifts. 1501 wird die Stiftskirche wird zur Pfarrkirche degradiert.

1528: Reformation in den bernischen Landen. In Amsoldingen wirkte schon vorher als Pfarrer Johannes Haller, ein Mitstreiter Zwinglis. Wegen seiner Heirat musste er 1525 Amsoldingen verlassen.

1576: Kirchenbrand. Von der anschliessenden Wiederherstellung stammen der Dachstuhl und die älteste der heutigen vier Kirchenglocken (1579).
Weitere Veränderungen richteten sich nach den Erfordernissen des reformierten Gottesdienstes. Der höher gelegene Holzboden des Kirchenschiffes, Kanzel, Bänke und Chorgestühl wurden 1978 wieder entfernt. Erhalten geblieben sind die Holzdecke von 1666 (mit Ornamenten von 1908) sowie der Abendmahlstisch von 1668.

1700: Bau des Pfarrhauses mit angebauter Pfrundscheune (seit 1970 Kirchgemeindesaal). Für die Einlagerung des Zehnten wurde die kleine Brücke errichtet, die vom ehemaligen Beinhaus in den Pfarrhausestrich führt.

1726-38: Unter dem Wirken des Pfarrers Samuel Lutz, eines Freundes des Grafen von Zinzendorf, war Amsoldingen ein Zentrum für die Bewegung des Pietismus.

1812: Bau der Orgel durch Johann Jakob Weber. Die Orgel ist weitherum eine der ältesten, die im Originalzustand erhalten geblieben sind.

1876: Entfernung der ursprünglichen römischen Säulen aus der Krypta, die bis dahin u.a. als Pfarrhauskeller und Käselager diente. 1979 wurden die römischen Steine, die evtl. aus Aventicum oder aus dem Tempelbezirk Allmendingen stammen, im Original oder als Kopie wieder eingesetzt.

Seit 1922: Heutiger Umfang der einst viel grösseren Kirchgemeinde. Nachdem die entfernt gelegene Gemeinde Forst 1922 zur Kirchgemeinde Wattenwil wechselte, besteht die Kirchgemeinde Amsoldingen aus den vier Gemeinden Amsoldingen, Höfen, Längenbühl und Zwieselberg.

1978-80: Gesamterneuerung mit weitgehender Wiederherstellung des Innern im ursprünglichen Zustand.

Die farbigen Chorfenster symbolisieren (von rechts) Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist und sind das Werk von Max Brunner (geb. 1910).

Martin Leuenberger
August 2004

Formatiertes Dokument

Datei: Geschichte der Kirche Amsoldingen (PDF)